Die geheimnisvolle Welt der Programmierer

16. Mär 2017 /

Bei LearningCulture ist der Themenmonat “Programmieren für Kinder” in vollem Gange. Aber nicht nur bei uns herrscht grosses Interesse an der Informatik, weltweit ist das Thema extrem wichtig. In den Medien liest man vom neuen Supercomputer in China, von Hacker-Angriffen auf Regierungen und von intelligenten Computern, die inzwischen sogar Schachgrossmeister besiegen.

Verantwortlich für diese Entwicklungen sind Programmierer, die den Code für die Maschinen schreiben. Sie vollbringen Dinge, die vor wenigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wären. Ich bin mir sicher: Programmierern gehört die Zukunft.

Aber wissen Sie, was genau es bedeutet, zu programmieren?

Vorstellung und Wirklichkeit des Programmierens

In Action-Filmen sieht das Programmieren immer sehr beeindruckend aus. Neongrüne Zeilen flimmern in atemberaubender Geschwindigkeit über den Bildschirm. Man sieht komplizierte mathematische Formeln, Zahlenreihen und Schweiß auf der Stirn der Programmiererin, deren Finger über die Tasten rasen. Nur wenige Sekunden Zeit bleiben, um sich in die Computer des feindlichen Geheimdienstes einzuloggen und die Raketenpläne zu überschreiben.

In Wirklichkeit läuft das alles nicht ganz so spektakulär ab. Zeitdruck gibt es normalerweise höchstens wegen der Deadlines durch die Auftraggeber. Und oft genug zeigen die Bildschirme stundenlang den gleichen Ausschnitt des Programms, in dem irgendwo noch ein kleiner Fehler steckt, den man verzweifelt versucht aufzuspüren.

Ein Programm ist grundsätzlich nichts anderes als ein Kochrezept für einen Computer. Es beschreibt Schritt für Schritt, was der Computer machen soll, um ein gewünschtes Resultat zu erhalten.

Wenn Sie zum Beispiel die Seite

www.learningculture.ch

aufrufen, wird ein kleines Programm gestartet, das dem Computer (sehr vereinfacht) ungefähr Folgendes sagt:

  1. Lade die Struktur der Webseite als leere farbige Boxen

  2. Lade den Text und füge ihn ein

  3. Lade die Bilder und füge sie ein

Das alles passiert so schnell, dass Benutzer kaum die einzelnen Schritte wahrnehmen. Für den Computer ist die genaue Reihenfolge aber sehr wichtig. Denn er führt einfach nur der Reihe nach die Anweisungen aus.

Damit man dem Computer die Anweisungen klar, verständlich und eindeutig geben kann, muss man seine Sprache sprechen: Code.

Code nennt man die präzisen Anweisungen, mit denen man dem Computer in möglichst kurzer und genauer Form sagt, was er tun soll.

Wer Code schreiben kann, kann einen Computer kontrollieren.


Die Sprache der Computer

Eine der ersten Fragen ist oft die nach der richtigen Programmiersprache. In der Anfangszeit des Programmierens musste man noch mit Einsen und Nullen programmieren, über die letzten Jahrzehnte hinweg wurden viele verschiedene Programmiersprachen entwickelt. Neuere Programmiersprachen orientieren sich an der englischen Sprache und benutzen Begriffe und Strukturen, die für Menschen leichter verständlich sind.

Welche Programmiersprache man gerade braucht, ist abhängig vom Zielgerät und vom Problem, das man lösen will. Es ist beispielsweise etwas ganz anderes, eine Website zu programmieren, als ein Programm wie Microsoft Word, ein 3D-Spiel für ein Smartphone oder ein Spülprogramm für die Spülmaschine zu entwickeln.

Alle Programmiersprachen unterscheiden sich in ihren Befehlen und in ihrer Funktionsweise. Aber sie haben etwas gemeinsam: Sie beruhen auf einer ähnlichen analytischen Denkweise. Wer Programmieren lernt, verinnerlicht diese analytische Denkweise.

Deshalb fällt der Wechsel zwischen verschiedenen Programmiersprachen nicht schwer. Hat man eine Programmiersprache gelernt, ist die zweite viel leichter. Und auch in den meisten fremden Programmiersprachen kann man schnell erraten, worum es geht.

Beispiel für eine Programmiersprache: Swift

Swift ist eine verhältnismäßig junge Programmiersprache. 2014 wurde sie das erste Mal vorgestellt. Die Programmiersprache ist darauf spezialisiert, schnell und einfach Apps für die verschiedenen Geräte von Apple zu entwickeln. Also vor allem für iPads und iPhones.

Durch diese Spezialisierung auf bestimmte Geräte ist Swift besonders schnell und intuitiv verständlich. Viele Begriffe aus der natürlichen Sprache werden verwendet. Apple legt großen Wert darauf, dass die Programmiersprache einem breiten Publikum zugänglich ist und dass man ohne großen Aufwand einsteigen kann.

Deshalb benutzen wir Swift auch in unserem Programmierkurs für Kinder.

Programmieren ist gar nicht so schwer

Dank moderner Programmiersprachen ist das Programmieren heute nicht mehr so schwer, wie viele glauben. Natürlich braucht man dafür mathematisches und logisches Verständnis. Genauso wie Kreativität.

Aber alle diese Fähigkeiten sind erlernbar. Vor allem Kinder begreifen die Konzepte meistens sehr schnell, so wie sie ja auch Fremdsprachen viel leichter lernen als Erwachsene.

Man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu geben.


Oliver Richter


Dieser Artikel ist der zweite in unserer Reihe: Jedes Kind kann programmieren!
Wir werden in den nächsten Wochen weitere Artikel zum Thema veröffentlichen und bieten einen kostenlosen Infoabend an.
Der Höhepunkt ist zum Abschluss unser neuer Grundlagenkurs Programmieren – die Chance für ihr Kind, um programmieren zu lernen.

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