Salomé Perret

BA Französisch und Geographie (i.A.)

Tutor Salomé Perret

Salomé Perret liebt es, selbst neue Sprachen zu lernen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Freude daran weiterzugeben. Mit grossem Verständnis für Herausforderungen findet sie kreative Herangehensweisen.

"Das Erlebnis, welche Tore einem eine Sprache öffnen kann, hatte ich zum ersten Mal mit Italienisch, als ich noch im Gymnasium war. Eine neue Sprache zu lernen heisst immer auch, den Schlüssel zu bekommen zu einer völlig neuen Welt, neuen Menschen und neuen Begegnungen. Dieses Gefühl möchte ich auch für meine Vatersprache, Französisch, weitergeben."

Unterrichtet in den Fächern

Französisch
Durch mein Französisch-Studium habe ich ein Verständnis für diese Sprache entwickelt, das über das der Vatersprache hinausgeht.
Geographie
Themen der Geographie prägen unseren Alltag. Diese zu verstehen ist essentiell, um ein Verständnis für die Welt zu bekommen. Deshalb habe ich mich entschlossen, Geographie zu studieren.
Deutsch
Lesen und Schreiben gehörten schon immer zu meinen Leidenschaften. Durch das lernen anderer Sprachen lernte ich auch immer etwas über die deutsche Grammatik.
Latein
Ich hatte es im Gymnasium nur ein Jahr ohne Latein ausgehalten. Ich habe seither nie bereut, dieses Freifach gewählt zu haben.

Lehr- und Arbeitserfahrungen

seit 2020
Kursunterricht, LearningCulture
seit 2020
Deutschunterricht an Immigrant*innen, AOZ
seit 2015
Nachhilfeunterricht in Französisch, Mathematik, Chemie und anderen Fächern an Schüler*innen aus Gymnasium, BMS und Primarschule

Ausbildung

2013-2018
Zweisprachige Matura, Liceo Artistico
2016-2017
Austauschjahr in Lausanne, Gymnase Auguste Piccard
2018-2019
BSc Geographie und Umweltwissenschaften
seit 2018
BA Französisch und Geographie

Interview

with Salomé Perret

Was fasziniert dich besonders am Unterrichten von Französisch?

Ich lerne erst nach und nach, wie viel grösser die Welt der französischen Sprache ist, als ich es mir bewusst war. Mein Vater, geborener Neuenburger, hat mit mir als Kind Französisch gesprochen. Zu meiner eigenen gemacht habe ich diese Sprache wohl aber erst seit meinem Austauschjahr in Lausanne. Als ich mich für Französisch an der Uni eingeschrieben habe, war mir bewusst, dass ich dies als eine Chance nutzen wollte, über den Tellerrand hinauszublicken. Seither belege ich Module in Literatur aus Haïti, Module über postkoloniale Literatur aus Tunesien, Algerien, Kamerun und mehr. Die frankophone Welt beinhaltet eine so viel reichhaltigere Kulturenvielfalt als nur die des Eiffelturms und des Louvre.

Wie gestaltest du deine Freizeit?

Pfadi ist ein wichtiges Element in meinem Leben. Als Leiterin habe ich so viel gelernt über Verantwortung, darüber Freude zu teilen und auch, mit schwierigen Situationen umzugehen. Alles, was man in die Organisation von Lagern und Aktivitäten hineinsteckt kommt zehnfach zurück. In Form von Kinderlachen, von Geschichten, von gemeinsamen Erinnerungen. Auch Musik und Kunst ist mir persönlich sehr wichtig. Immer, wenn ich eine Auszeit brauche, greife ich zur Gitarre, setze mich ans Klavier oder singe beim Zeichnen vor mich hin.

Was zeichnet in deinen Augen einen guten Coach aus?

Ich denke, ein guter Coach lernt selbst auch immer Neues dazu. Nicht jeder Mensch lernt auf die gleiche Art und Weise. Was bei einem/einer früheren Schüler*in geklappt hat, klappt in diesem Fall vielleicht nicht. Man muss die eigene Herangehensweise laufend hinterfragen, kreativ und offen bleiben, laufend anpassen. Auf die Lernenden einzugehen und herauszufinden, wie man diese Person individuell fördern kann und mit ihren persönlichen Stärken arbeiten, das erachte ich als sehr wichtig. Auch der Spass an der Sache darf natürlich nicht fehlen. Warum lernt man? Was ist das Ziel? Dies muss Coach und Schüler*in gleichermassen bewusst sein.

Was war die schönste Erfahrung, die du bisher als Coach gemacht hast?

Ich gab Nachhilfeunterricht an eine BMS-Schülerin, welche anfangs zu mir kam und wirklich fast kein Wort Französisch konnte. Ihre Grossmutter kam aus der Welschschweiz, doch sie selbst konnte zu ihrem grossen Verdruss nur Schweizerdeutsch mit ihr sprechen. Beim ersten Vortrag, den wir gemeinsam vorbereiteten, kurz nach Beginn der Nachhilfe, übten wir allein das Ablesen. Uns beiden war klar, dass wir mit Auswendiglernen keine grossen Chancen hatten. Das Ablesen hingegen ging gut und sie erzielte eine genügende Note, ein damals noch hohes Ziel. Etwas mehr als ein halbes Jahr später musste sie erneut einen Vortrag vorbereiten. Das Übersetzen ging einfacher und diesmal setzten wir uns zum Ziel, ihn auswendig zu lernen. Der Vortrag ging über eine Sängerin, welche sich für Frauenrechte einsetzte. Mit grosser Freude erlebten wir, wie das Auswendiglernen voranschritt und wie sie sogar Sätze spontan bilden konnte, die nicht in dem von uns geschriebenen Text vorhanden waren. Das Erfolgserlebnis war nicht die gute Vortragsnote, die sie bekam. Das Erfolgserlebnis kam eine Woche später. Am 15. Juni, ein Tag nach dem Frauenstreik, kam sie strahlend in die Nachhilfe und rief: "Salomé, Salomé! Ich konnte gestern meiner Grossmutter erzählen, was ich an diesem Tag gemacht habe! Auf Französisch!"

Was möchtest du deinen Schülerinnen und Schülern durch deinen Unterricht mit auf den Weg geben?

Wir alle kennen den Spruch: "Du lernst nicht für die Schule, du lernst für das Leben." Wir alle haben ihn genügend oft gehört und dennoch vergessen wir allzu oft, welche Wahrheit dahinter steckt. Es ist wahr, dass man allzu oft erst im Nachhinein zu schätzen lernt, was man alles in der Schule gelernt hat. Doch ich denke, es ist wichtig, sich dies bereits während des Schulalltags vor Augen zu halten. Ich weiss, dass man sich in der Nachhilfe oft an den Plan zu halten hat, der von den Lehrern vorgegeben ist. Es gilt, Prüfungen vorzubereiten, Vorträge zu üben. Doch ich glaube, dass man aus jedem Thema, das man für die Schule lernen muss, auch etwas herausnehmen kann, was man für das Leben lernen will. Ich arbeite gerne dies mit meinen Nachhilfeschüler*innen heraus.