Jonathan Quinn
MSc ETH Robotik (i.A.)
Jonathan möchte vor allem, dass seine Schüler/innen Dinge wirklich verstehen statt nur auswendig zu lernen, und sich trauen, jede Frage zu stellen, egal wie simpel sie wirkt.
Unterrichtet in den Fächern
Lehr- und Arbeitserfahrungen
Ausbildung
Interview
mit Jonathan Quinn
Was fasziniert dich besonders am Unterrichtsfach Mathematik?
An der Mathematik mag ich, dass sie eigentlich viel intuitiver ist, als sie aussieht. Eine Formel kann auf den ersten Blick beängstigend wirken, ist aber meistens einfach viele kleine Schritte, die aufeinander aufbauen, und sobald man die einmal sieht, verliert das Fach den Schrecken. Und im Gegensatz zu vielen anderen Sachen ist Mathematik nie mehrdeutig, was ich manchmal ziemlich angenehm finde.
Wie gestaltest du deine Freizeit?
Als gebürtiger Kanadier haben meine Brüder und ich lange Eishockey gespielt. Im Studium habe ich dann Schwimmen gelernt und Triathlon ausprobiert, vom Sprint bis hin zum Ironman. Was mich daran reizt, ist der Gegensatz zum Studium: Den ganzen Tag denkt, rechnet und analysiert man. Beim Sport gibt es irgendwann nur noch das Ziel und sonst nichts im Kopf. Am liebsten erinnere ich mich an meine Zeit in den USA, wo wir mit dem Triathlonclub oft schon früh morgens quer durch den mittleren Westen zu Wettkämpfen gefahren sind. Dazu reise ich gerne mit dem Rucksack – um Neues zu sehen, neue Leute zu treffen und neue Orte zu entdecken.
Was zeichnet in deinen Augen eine gute Lehrperson aus?
Für mich ist eine gute Lehrperson jemand, der nachvollziehen kann, wo eine Verständnislücke entsteht. Ich frage mich bei jedem Thema mehrmals "Warum?", um zu prüfen, ob ich es selbst wirklich verstehe, und versetze mich dann in die Lage eines Kindes, das den Stoff zum ersten Mal sieht. Als ich meinem jüngeren Bruder Brüche erklärt habe, half ihm die Regel "gleicher Nenner" nicht weiter, aber als ich sagte, die Brüche müssten zuerst "dieselbe Sprache sprechen", hat es bei ihm Klick gemacht.
Worauf kommt es deiner Meinung nach beim Lernen für Mathematik an?
Beim Lernen von Mathematik kommt es vor allem darauf an, dass man von Grund auf versteht, woher eine Regel kommt, statt sie nur auswendig zu lernen. Wer nur Verfahren auswendig lernt, ohne sie zu verstehen, hat spätestens dann ein Problem, wenn eine Aufgabe mal anders gestellt ist als gewohnt. Genauso wichtig: keine Angst haben, Fragen zu stellen, auch vermeintlich "dumme". Mathethemen bauen aufeinander auf, und eine Unsicherheit aus einem früheren Kapitel wird sonst schnell zum Problem für alles, was danach kommt.
Was möchtest du deinen Schülerinnen und Schülern durch deinen Unterricht mit auf den Weg geben?
Ich möchte meinen Schüler/innen vor allem das Gefühl mitgeben, dass sie etwas können, von dem sie vielleicht überzeugt waren, es nie zu verstehen. Wenn jemand ein Fach oder Thema fürchtet, will ich diese Angst Schritt für Schritt abbauen, bis das Fach nichts Bedrohliches mehr an sich hat. Und ich möchte ihnen zeigen, dass Fragen stellen nie peinlich ist – meistens haben andere die gleiche Frage, und es ist der direkteste Weg zum Verständnis.