Noah Oderbolz
BSc ETH Maschineningenieurwissenschaften (i.A.)
Noah verbindet ETH-Wissen mit praxisnahen Erklärungen. Durch treffende Analogien macht er komplexe Themen greifbar und weckt bei Lernenden die Faszination, über den Horizont zu blicken und die Welt verstehen zu wollen.
Unterrichtet in den Fächern
Lehr- und Arbeitserfahrungen
Ausbildung
Interview
mit Noah Oderbolz
Was fasziniert dich besonders an der Mathematik?
Weshalb fliegt ein Golfball mit Dellen weiter als ein glatter Ball? Weshalb kühlt eine Suppe ab, wenn wir mit spitzen Lippen pusten, aber unsere Hände werden warm, wenn wir sie mit offenem Mund anhauchen? Weshalb kann man mit dem Velo freihändig fahren, doch im Stand den Lenker nicht loslassen? Fragen wie diese faszinieren mich sehr. Vorher absolut unvorstellbare Rätsel werden durch die Mathematik auf verständliche, berechenbare Ereignisse heruntergebrochen. Dies ermöglicht es diese scheinbare "Magie" zu verstehen und auch zu reproduzieren. In meinem Maschinenbaustudium erlebe ich dies täglich. Genau diese Aha-Momente möchte ich weitergeben.
Wie gestaltest du deine Freizeit?
In meiner Freizeit verbringe ich meine Zeit gerne beim Segelfliegen auf (und über) dem Segelflugplatz in Amlikon. Ausserdem schraube und fahre ich gerne mit meinem Motorrad und entdecke neue Regionen im In- und Ausland. Das direkte, handfeste Arbeiten an der Maschine und das Unterwegssein mit Kollegen bilden für mich den besten Kontrast zum theorielastigen Alltag an der ETH. Meistens ist auf den Touren auch eine analoge Kamera dabei, um gute Momente spontan festzuhalten.
Was zeichnet in deinen Augen eine gute Lehrperson aus?
Eine gute Lehrperson sollte von dem, was sie lehrt, selbst fasziniert sein. Zudem ist Empathie zentral: Wer den Stoff schon beherrscht, vergisst oft, wie unübersichtlich er anfangs wirkt. Der Perspektivenwechsel ist also Pflicht. Um selbst erfolgreich zu sein, breche ich komplexe Themen in eine klare Struktur herunter. Vor allem baue ich eine gute Vertrauensbasis auf und schaffe ein Umfeld, in dem man sich traut, Fehler zu machen. Wenn sich das Kind wohlfühlt und offen Fragen stellt, entsteht echtes Verständnis und Motivation von ganz allein – anstatt dass nur aus reinem Pflichtgefühl gelernt wird.
Welche didaktischen Techniken findest du besonders wirksam?
Die wirksamste didaktische Technik ist für mich, neues Lernmaterial zwingend mit bereits Bekanntem zu verknüpfen. Wenn Schulstoff ein rein abstraktes Konstrukt bleibt, schalten viele ab. Deshalb setze ich gezielt auf treffende Analogien und Alltagsbeispiele. Ähnlich wie bei Fremdsprachen, deren Wert man erst in den Ferien bei der Anwendung erkennt, steigt die Motivation, sobald man sieht: Das Zeug ist real anwendbar! Es bleibt nicht bei diesem abstrakten, theoretischen Konstrukt.
Was möchtest du deinen Schülerinnen und Schülern durch deinen Unterricht mit auf den Weg geben?
Ich möchte meinen Schülerinnen und Schülern die Angst vor scheinbar unlösbaren Problemen nehmen. Im Studium erlebe ich täglich, dass ein Problem wie ein unendlich hoher Turm scheint. Wenn man einfach anfängt und dranbleibt, steht man plötzlich auf dem Turm und geniesst den Ausblick. Ich will ihnen das Selbstvertrauen mitgeben, nicht aufzugeben, wenn eine Aufgabe schwer wirkt. Mit dem richtigen Werkzeugkoffer lässt sich jedes Problem knacken. Die ETH hat mich zu einer selbstbewussteren Person gemacht, die schwierige Situationen meistert. Dieses analytische Selbstvertrauen und die Neugier bringen sie weit über das Klassenzimmer hinaus.